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Bewegungsstarre mit Sling Trainer durchbrechen

Spastische Anfälle, fehlende Muskelkraft und Lähmungserscheinungen: Die Folgen einer zerebralen Kinderlähmung lassen ein Neugeborenes unter schwierigen Voraussetzungen in das Abenteuer Leben starten. Laut einer Studie jedoch lassen sich die Störungen des Bewegungsapparates, die durch eine Schädigung des Gehirns verursacht werden, mit Sling Training reduzieren.

Die ägyptischen Wissenschaftler Khaled und Nahed verglichen dafür den Einfluss von Sling Training und Vibrationstraining auf Kinder, die mit einer halbseitigen Lähmung geboren wurden. In der sechs Monate dauernden Studie absolvierten insgesamt 30 Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 10 Jahren eine physikalische Trainingstherapie, die um das Zusatztraining mit einem Sling Trainer oder einer Vibrationsplatte erweitert wurde. Ziel war es durch aktivieren und kräftigen der Muskulatur eine bessere Stabilität bei den jungen Patienten zu ermöglichen. Sowohl das Vibrations- wie auch das Sling Training führten im Laufe der Studienzeit zu einer Verbesserung. Ein Vergleich der beiden Therapieformen zeigte jedoch bessere Ergebnisse bei den Kindern auf, die einen Sling Trainer einsetzten.

Sling Trainer als Gerät für die Rehabilitation

Im sogenannten Spider Cage, einem Trainingsgerät aus der Rehabilitation, wurde mit den jungen Studienteilnehmern an ihrer Muskulatur und ihrer Haltung gearbeitet. Mit Schlingen um die Hüfte standen die Trainierenden zentral in der „Spinne“, sodass Bewegungen funktional unterstützt wurden. Gleichzeitig bot sich die Möglichkeit Übungen aus dem Krafttraining einzusetzen, um an der Körperhaltung und der Balance zu arbeiten.

Die andere Trainingsgruppe absolvierte ein Zusatztraining an einem Vibrationstrainingsgerät. Angeleitet von einem Physiotherapeuten, führte jedes Kind die Einheiten alleine durch. In dreiminütigen Intervallen wechselte sich die Belastung auf der Vibrationsplatte mit Erholungsphasen ab, sodass jede Trainingseinheit insgesamt neun Minuten Vibrationstraining umfasste.

Zusammen mit dem physikalischen Therapieprogramm wurden Sling Training und Vibrationstraining ebenfalls sechs Monate lang durchgeführt.

Das Problem bei den Wurzeln packen

Ansatzpunkt der Studie waren die Defizite in Koordination, Balance und Gangbild der Kinder mit zerebraler Kinderlähmung. Diese wird hervorgerufen durch eine frühkindliche Hirnschädigung infolge von Sauerstoffmangel, Infektionskrankheiten oder Problemen bei der Geburt. Beeinträchtigungen in dieser Entwicklungsphase haben weitreichende Folgen für das Leben der Kinder. Als oberstes Steuerorgan plant und organisiert das Gehirn die Bewegungen der Kinder. Fehlbildungen in dieser Schaltzentrale äußern sich in Bewegungsstörungen, sobald die Kinder beginnen zu krabbeln und die Welt zu entdecken. Auf Dauer resultieren daraus eine schlechte Koordination, ein schwaches sensorisches System und in Folge von Inaktivität schließlich eine schwache Muskulatur.

Wissenschaftler mit neuer Hoffnung

Die Ergebnisse der Studie machen den ägyptischen Wissenschaftler nun Hoffnung auf einen Fortschritt in der Therapie der Krankheit. „Das Sling Training ist eine exzellente Ergänzung zu regelmäßig geplanter physikalischer Therapie, um den Grad der Stabilität und die Haltung der Patienten zu verbessern“, schlussfolgern sie im Egyptian Journal of Medical Human Genetics. Es bietet den Kindern somit die Möglichkeit ihre Lebenssituation zu verbessern. Schließlich haben sie einen Großteil dieses Abenteuers noch vor sich.

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